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Genauer Blick auf die Samtpfoten


 


 

Von Alexandra Flieth

In Nied nehmen Experten 266 Katzen unter die Lupe

Bei der Katzenausstellung des Vereins Katzen-Freunde-Germania stellten sich im Saalbau Nied 266 Samtpfoten den Wertungsrichtern. Die Züchter sind meist total vernarrt in ihre Lieblinge.

Nied.

Gemütlich liegen sie in den Ausstellungskäfigen, dösen vor sich hin oder schauen mit wachem Blick, was sich um sie herum ereignet. Egal welche Rasse - ob Norwegische Waldkatze, Maine Coon, British Shorthair oder etwa Perser - es ist so gut wie kein „Miau" zu hören. Selbst als die Tiere sich den kritischen Augen der Wertungsrichter stellen, machen die Tiere dies mit großer Geduld.

Die zweitägige Katzenausstellung im Saalbau Nied wurde vom Frankfurter Verein Katzen-Freunde-Germania (KFG) organisiert - mit Ausstellern aus ganz Deutschland, den Niederlanden, Belgien und Frankreich und auch mit internationalen Wertungsrichtern besetzt. „Es sind insgesamt 128 Aussteller mit 266 Katzen angemeldet", sagt der Vereinsvorsitzende Andreas Kretschmer-Kraiczek.

Erstes Mal dabei

„Va Bene" ist eines der Tiere, das bei der Ausstellung präsentiert wird. Der elf Monate alte, stattliche rote Main-Coon­Kater von Familie Kroner aus Griesheim zeigt sich zum ersten Mal bei einer Katzenausstellung - und ist trotzdem gelassen. Selbst als es darum geht, Fotos von ihm zu machen, schaut er neugierig in die Kamera. Während der Ausstellung nimmt ihn sein Herrchen Andreas Kroner hin und wieder aus dem Käfig heraus, damit die Wertungsrichter die Samtpfote in Augenschein nehmen können.

Die Beur teilung durch die Experten ist für die Aussteller wichtig, denn sie zeigt ihnen, ob ihr Tier den Standards der jeweiligen Rasse entspricht. Beurteilt werden etwa Größe, Gewicht, Augen, Ohren, Pfoten oder Fellfarbe_Wir möchten gerne eine eigene Zucht mit Main Coons aufmachen", erzählt Andreas Kroner. Sie seien erst seit kurzem mit dabei und sehen es als ein Hobby an. „Wirhaben uns bewusst für diese Rasse entschieden und uns intensiv hiermit auseinandergesetzt. Unsere drei Katzen gehören zur Familie. Sie sind nicht einfach nur Zuchttiere", sagt er. Mit dem ersten Nachwuchs würden sie frühestens im kommenden Jahr rechnen.

Viele Farben

Neben Kater „Va Bene" hat die Familie noch Main-Coon-Dame „Ama-Rena" mitgebracht. Die Farbenvielfalt bei dieser Rasse ist sehr groß, was auch auf der Ausstellung deutlich wird. Mit insgesamt 116 angemeldeten Tieren sind die Main Coons am häufigsten vertreten. So wird etwa die Farbe der 13 Monate alten Katze von Familie Kroner als „blick tortie smoke" bezeichnet. Mit dem Begriff„tortie" wird unter anderem eine schwarze Fellgrundfarbe mit Rotanteilen beschrieben, „smoke" hingegen bedeutet, dass jedes Haar des Fells von seiner Wurzel bis maximal zur Hälfte Silbergrau bis weiß ist und erst dann vollfarbig.

Die Beurteilung der verschiedenen Rassen inklusive aller Fellfarben ist eine Wissenschaft für sich und setzt jahrelange Erfahrung voraus. Wer Wertungsrichter werden möchte, muss neben der Praxiserfahrung auch viel Theorie büffeln und ein umfangreiches Examen ablegen. Hans Klein ist ein solcher Wertungsrichter mit dem Zusatz „Allbreed". Er darf alle Rassen bewerten.

Auf seinem Tisch sitzt „Rothschild von Zarentiger" - ein knapp elf Monate alter Kater der Rasse Scottish Fold -schottische Faltohrkatze. Kennzeichnend für diese Rasse sind die nach vorne abgeknickten Ohren. Der hübsche Kerl mit den strahlend blauen Augen stammt aus der Zucht von Irina und Boris Levit aus Würzburg. „Die Rasse ist sehr verschmust und handzahm. Ich bin total verliebt in diese Tiere", sagt Irina Levit.

Genau geplant

„Niels" und „Nele d'argent de Saint-Roy " hingegen sind zwei zehn Wochen alte Katzenbabys der Rasse British Shorthair - Britische Kurzhaarkatzen. Ihre Besitzer sind Monika und Bernd Stahlschmidt aus Kreuztal, die jahrelange Erfahrungen in der Zucht dieser Rasse haben. „Wir haben 1997 damit angefangen. Eine Verpaarung planen wir zwei bis drei Jahre im Voraus", erzählt Bernd Stahischmidt. Großen Wert legten sie beide darauf, dass die Katze nach einem Wurf eine Pause von gut einem bis eineinhalb Jahre einlege. Im Alter von sechs bis sieben Jahren gingen diese in Rente und würden dann kastriert. Bevor sie ein Tier in die Hände eines neuen Besitzers geben würden, sei es ihnen wichtig, das neue Zuhause der Katze selbst anzusehen.

Artikel vom 05.11.2013, 03:00 Uhr (letzte Änderung 07.11.2013, 02:41 Uhr)

Artikel: http://www,fnp.dellokales/main-taunus/Genauer-Blick-auf-die-Samtpfoten;art676,674734

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